


Gelingende Beziehungen sind unsere wichtigsten Quellen für seelische Gesundheit, Lebensfreude und Sinnerfahrung. Unser „zwischenmenschliches Glück“ hängt davon ab, mit welchen Menschen wir zusammen leben und gleichzeitig davon, mit welchen inneren Beziehungsmustern wir unsere Beziehungen selbst gestalten. Beide Aspekte bedingen sich wechselseitig.
In Liebesbeziehungen sind wir auch am verletzlichsten. Häufig führt die Liebe zu tiefer Enttäuschung. Viele Paare trennen sich, andere bleiben zusammen trotz großer Unzufriedenheit. Zu oft sehen Paare angesichts einer als unerträglich empfundenen Situation nur eine Lösung in der Trennung.
Aus psychologischer Sicht sind Beziehungskrisen vor allem als „normale Vorboten“ für notwendige Veränderungen und als "Chancen" für persönliches und gemeinsames Wachsen zu verstehen. Sie sind also „unvermeidbare Zutaten des Lebens“ und keineswegs die „Quittung für falsch gelebtes Zusammenleben“.
Und wenn „es alleine nicht mehr weitergeht“, ist es Ausdruck persönlicher Reife, sich auch mal professionelle Unterstützung zu holen. Denn sich Hilfe zu holen, ist eine Lebenskompetenz. Sie verweist auf die Fähigkeit, Probleme wahrnehmen und anerkennen sowie eigene Grenzen annehmen zu können.
ist sinnvoll für Paare, die auf dem Hintergrund partnerschaftlicher Konflikte und allgemeiner Lebensprobleme Unterstützung bei der Bewältigung einer konkreten psychosozialen Problemlage benötigen. In der Regel nehmen Paare zwischen fünf und zehn Stunden in Anspruch, manchmal auch weniger.
ist ratsam für Paare, wenn psychische oder psychosomatische Probleme eines oder beider Partner Ursache oder Folge für chronische Beziehungskonflikte sind. Die Dauer der Paartherapie richtet sich nach Komplexität und Schwere der Problematik in Verbindung mit vorhandenen Veränderungskompetenzen.
Zunächst geht es darum, schon vorhandene positive Fähigkeiten und Möglichkeiten (Ressourcen) im Beziehungsalltag bewusst wahrzunehmen und zu nutzen, um den Lebensalltag zu entstressen und Überforderungsgefühle zu verringern. Die „gewonnene“ Lebensenergie kann dann in eine konstruktive Beziehungsarbeit investiert werden.
Dafür reflektieren Sie auch ihre Beziehungs- und Liebeskonzepte im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede und deren Einfluss auf Gelungenes und Misslungenes Ihrer Partnerschaft. Mit diesem neuen und erweiterten Verständnis kann der jeweils eigene Anteil an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Beziehungsprobleme bewusst, nachvollziehbar und einfühlbar werden.
Sie verstehen Ihre Paardynamik und Ihre Paargeschichte und wissen, was Sie wie in Ihrer Beziehung verbessern können. Auch kennen Sie die Bedingungen und Dynamiken, die Ihre Beziehung gelingen oder misslingen lässt. Sie verbessern ihre praktischen Beziehungskompetenzen und Ihre emotionale Beziehungsfähigkeit. Sie sind achtsamer im Alltag in Bezug auf Gleichwertigkeit und Gegenseitigkeit.
Im Idealfall finden Sie zu einem vertieften seelischen Miteinander, das auf Vertrauen, Verlässlichkeit, fürsorglicher Gegenseitigkeit, erfüllender Sexualität und gemeinsamer Sinn- und Werteorientierung basiert. Mit anderen Worten: Sie entdecken Ihr eigenes krisenfestes "Glücksmuster" für eine Beziehung, die Veränderung erlaubt und Entwicklung im Miteinander und Füreinander ermöglicht.
Manchmal kann es gerade anfänglich möglich sein, dass nur einer der Partner ein Problem erkennt und Veränderungen anstrebt. In einem solchen Moment hilft und entlastet ein Einzelgespräch und kann zudem positive Impulse in der Partnerschaft schaffen.
Der zögernde Partner bemerkt in der Regel diese Impulse und kann dann, wenn es notwendig wird, eher zu einem Gespräch bereit sein, um ebenso ein Teil des Beratungsprozesses zu werden.
Chronischer Stress im Alltag
Nähe-Distanz-Dysbalancen
Rollenverteilung in der Partnerschaft
Beziehungsprobleme als Eltern
Ambivalenz von Bleiben oder Gehen
Trennung und Scheidung
Vertrauensverlust
Erotik und Sexualität
Affairen und Untreue
Krisenauslösende Lebensereignisse
Patchwork-Familien-Konflikte
Psychische Probleme eines/r PartnerIn
Gelingende Kommunikation im Alltag ist eine entscheidende Bedingung für das Erleben von Vertrautheit und Nähe und sie ist eine notwendige Kernkompetenz für partnerschaftliche Konflikt- und Problemlösung. Destruktive Kommunikations- und Beziehungsmuster wirken auf Dauer beziehungs(zer)störend, weil sie seelisch verletzen und langfristig zu innerem Rückzug und gegenseitiger Entfremdung führen. Deshalb werden sie erlebbar und emotional verstehbar gemacht, um beziehungsförderlich verändert werden zu können.
Erlebte konfliktverursachende Dysbalancen im Miteinander und Füreinander, im Geben und Nehmen, werden auf mögliche und gewünschte Veränderungen hin überprüft. Sie finden gemeinsam hilfreiche Regeln und Rituale für das alltägliche Miteinander in positiver Atmosphäre, um Ihre Liebe vor Abnützung und Gleichgültigkeit zu schützen.
Wenn es um eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, suchen Sie nach realisierbaren fairen Vereinbarungen und versuchen, äußere Belastungen zu reduzieren.
Wiederkehrende hoch emotionale Alltagskonflikte aus vermeintlich nichtigen Anlässen sind häufig ein Hinweis auf verletzte seelische Grundbedürfnisse (Wertschätzung, Autonomie, Respekt, Nähe, Sicherheit) u/o unterschiedliche Bindungsstile bzw. Beziehungskonzepte.
Um die damit einhergehenden emotionalen Verstrickungen aufzulösen, bedarf es der Einsicht und Einfühlung in bisher unhinterfragt gelebte Konflikt- Streit- und Vermeidungsmuster und ihrer (zer-) störenden Wirkungen im Beziehungsgeschehen.
Versuche, not-wendigen klärenden Auseinandersetzungen zu entgehen, sind langfristig zum Scheitern verurteilt, denn ungelöste Konflikte blockieren Lebensenergie, bedeuten dauerhafte seelische Belastung und emotionale Entfremdung: die Liebe geht verloren.
Im Kern geht es um die Fähigkeit zum authentischen und achtsamen Umgang mit der eigenen Gefühlswelt und der des Anderen. Zentrale Bedeutung kommt dabei der „Herzintelligenz“ zu – der Fähigkeit zu emotionaler Einfühlung und klärender Selbstöffnung.
Die aktuelle verfestigte partnerschaftliche „Schieflage“ wird im Hinblick auf „Unerledigtes“ und „Angstmachendes“ reflektiert – z.B. ungelöste Konflikte, gegenseitige Kränkungen, Tabuthemen, projektive Schuldzuweisung. Häufig sind auch generationenübergreifende familiäre innere und äußere Verstrickungen und unklare Grenzen klärungsbedürftig.
Dabei können auch -verdrängte- traumatische Erfahrungen aus der Kindheit Thema werden, denn die Wunden aus der Kindheit sind wirkmächtige Belastungsfaktoren für eine Paarbeziehung - auch sie bedürfen einer bewussten „heilenden Zuwendung“.